Bus unter Haube

Das verschwundene Jahr

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Aktuelles, Fotografie persönlich, Serien

2020 brachte mein ganzes Zeitgefühl durcheinander. Obwohl seit Beginn der Pandemie so unfassbar viel passierte und sich so viel änderte, gab es immer wieder tage- oder wochenlange Zeiträume, in denen scheinbar ein Tag wie der andere war, der Unterschied zwischen vormittags und nachmittags verschwamm. Die Zeit zog sich hin wie Kaugummi oder Wochen vergingen wie im Flug. Im März 2021 begann ich danach zu suchen, was denn alles in dem Jahr passiert war und wie ich das für mich dokumentieren könnte. Daraus wurde eine Mappe mit 75 Blättern.

Die Erinnerungen wieder erarbeiten

Ich schaute meinen Kalender durch, las alte Nachrichten und suchte in meinem Fotoarchiv Bilder, die für mich diese Zeit beschreiben. Jedes Foto bekam einen Arbeitstitel, der im Laufe der Arbeit seine endgültige Form annahm.

Die Texte zu den Titeln und Fotos sind per Hand geschrieben. Notizen zu den verschiedensten Gedanken, Beschreibungen und Abschweifungen, die mir zu den jeweiligen Titeln eingefallen sind. Ich habe beim Schreiben das Blatt immer um 90° gedreht und so immer wieder über die vorherigen Zeilen geschrieben. Das entsprach auch meinen Gedankengängen und Überlegungen, auch die haben sich immerzu wiederholt und überschrieben: Sie wurden gedacht, waren präsent, aber morgen vergessen oder überholt.

Eine Ausstellung – aber wann?

Noch mitten in der Arbeit an der Mappe, war ich schon bei der Planung einer Ausstellung, zumal die Zahlen sanken und es Hoffnung auf Normalisierung gab. Inzwischen steigen die Zahlen bereits wieder, eine vierte Welle kündigt sich an. Ausstellungen sind momentan das Letzte, was man planen sollte. Doch wer weiß, irgendwann wird es bestimmt eine Möglichkeit dazu geben. Wir werden sehen.

Da ich für die Titelblätter ein Layoutprogramm nutze, die Fotos digital vorliegen und ich für die Übersicht im Arbeitsprozess ein PDF nutze, scannte ich, nachdem ich alles fertig hatte, die Textblätter und fügte sie ins Layout ein – damit habe ich mit wenig zusätzlichem Aufwand einen Ausstellungskatalog für Print erstellt. Den will ich Euch hier zeigen:

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4 Kommentare

  1. Hallo Oliver,

    wenn du schon Kommentare zulässt, sollte man dir doch ein Kommentar hinterlassen :). Finde das sehr spannend was du auf die Beine gestellt hast. Auch beim blättern finde ich die Auswahl und die Texte sehr stimmig. Denke wird ein tolles Werk. Ich habe es bisher noch nicht geschafft mich da aufzuraffen und ein Buch 📕 zu setzen. Muss ich mir mal vornehmen.

    Wusste gar nicht dass du auch Ausstellungen planst bzw. machst. Wo stellst du aus?

    Viele Grüße

    Markus

    • Oliver Lauberger

      Danke, Markus, das freut mich! Ja, ist schon ganz schön Arbeit, aber so gehen die Bilder und Gedanken nicht irgendwo im Netz oder auf der Festplatte verloren und ich kann ab und an darin blättern.
      Für eine Ausstellung muss ich noch sehen, evt. in einer kleinen Galerie eines Freundes in Frankfurt-Gallus oder im Frankfurter Osten bei Fritz deutschlanD (https://www.fritzdev.de). Schön wäre es schon, aber ich will das dann gerne ohne Corona im Nacken machen, befürchte aber noch eine vierte Welle auf uns zukommen 🙁
      Wir werden sehen! 🙂

  2. Wunderbares Projekt – und zumindest für DICH solltest du ein Buch drucken.
    Sollte es zu einer Ausstellung kommen – was ich dir von Herzen wünsche, dann bitte hier mit Ankündigung oder einem Bericht. Würde mich sehr freuen zu sehen, wie dieses Projekt weitergeht.

    • Oliver Lauberger

      Dankeschön! 🙂
      Ja, für mich selber werde ich auf jeden Fall ein paar Exemplare drucken lassen.
      Wenn es zu einer Ausstellung dann mal kommt, da sei versichert, das werde ich lauthals verkünden! 🙂
      Jetzt erst mal zweite Impfung abwarten, dann werd ich wieder aktiv netzwerken!

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