Offenbach am Main

Schöne Städte gibt es viele, Offenbach nur einmal. Seit zwei Jahrzehnten arbeite und wohne ich in Offenbach. Eine Stadt, die klein genug ist um sich zu treffen und doch groß genug ist um sich aus dem Weg zu gehen. Eine quirlige Stadt, die sich permanent ändert und in den letzten 10 Jahren noch mal einen Zahn zulegte dabei.

Immer mehr verschwinden die Kriegs-Brachen, die es in Offenbach noch lange gab, die alten Industrieanlagen, in denen Werkstätten, Proberäumen und Ateliers kreativer Nährboden war in einer Stadt, die noch bezahlbare Mieten bot. Das gibt es immer weniger. Sowohl die günstigen Mieten als auch den Platz für Kreativität, der festen Raum braucht.

Viele Menschen sind in Offenbach auf der Durchreise. Viele kommen aus fernen Ländern und treffen hier, in der Arrival City, erste Anker, bauen sich etwas auf und ziehen dann weg. Viele kommen aus gut betuchten Familien und studieren an der renomierten Hochschule für Gestaltung oder an Hochschulen in Frankfurt, sind hier wegen der guten Anbindung und denn billigen Mieten und sind nach dem Studium auch wieder weg.

Und es gibt eine Menge Offenbacher und Offenbacherinnen, die schon seit Generationen hier leben. Und dabei die unterschiedlichsten Sprachen sprechen. Hessisch, Italienisch, Griechisch, Türkisch, … alle verstehen sich als Offenbacher.

Offenbach prägt. Es gibt mehr Armut als Reichtum und das sieht man auch. Das ist beim städtischen Haushalt und bei vielen privaten Haushalten sichtbar.  Es ist eine rauhe Stadt, aber eine mit Herz. Ich bin gerne hier.